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Die Legende


 

Wie bei allen richtigen Legenden ist es auch beim Dällebach Kari nicht mehr ganz klar, was wirklich wahr ist und was im Laufe der Jahrzehnte rund um sein Leben hinzugedichtet wurde.
 
Fest steht, dass Karl Tellenbach (so hiess der Dällebach Kari eigentlich) 1877 im Emmental geboren wurde und sich 1931 in Bern mit einem Sprung von der Kornhausbrücke das Leben nahm. Auch gesichert ist, dass er in Bern an der Neuengasse einen kleinen Coiffeur-Salon führte. Wohl aufgrund der angeborenen Behinderung "Kiefer-Gaumen-Spalte", die im Volksmund als "Hasenscharte" bezeichnet wird, entwickelt Kari Dällebach einen zynischen Humor, der ihn vor den Blicken und Sprüchen schützte, die er von seinen Mitmenschen zu erdulden hatte.
 
So wurde aus dem Coiffeur bald einmal ein Berner Stadtoriginal, seine träfen Witze waren Stadtgespräch. Verstärkt wurde sein kauziger und eigenbrötlerischer Wesenszug durch eine nicht erwiderte, unglückliche Liebe: Er warb um Annemarie Geiser, ein Mädchen aus gutbürgerlichem Hause, deren Herz er allerdings nicht gewinnen konnte.
 
So erzählt man sich vom Dällebach Kari noch heute manche Anekdote und viele Witze. Was sich davon tatsächlich ereignet hat, ist aber kaum mehr zu eruieren. Die Legende des Dällebach Kari ist längst über Karl Tellenbach hinausgewachsen.